Als markantes Wahrzeichen in der niederrheinischen Landschaft erhebt sich im Zentrum eines Kreisverkehrs vor dem Schlossgelände die monumentale Steinsichel von Christoph Wilmsen-Wiegmann und verweist mit ihrer aufstrebenden Präsenz auf die benachbarte Museumsanlage. Denn ihre Weg- und Ortsangaben versammeln zahlreiche geographische und historische Bezüge: Die Skulptur steht auf der ehemaligen römischen Militär- und Handelsstraße Via Romana und ist nach Südosten orientiert. Wenn man diese Ausrichtung in einer Geraden verlängert, trifft man nach 4000 Kilometern auf die Stadt Assuan, in deren jahrtausendealten Steinbrüchen der Rosenquarzgranit für die Steinsichel gewonnen wurde. Dieser Stein ist somit auch beredtes Zeugnis von Erdgeschichte und frühen ägyptischen Hochkulturen. Denn „Saxa loquuntur ... die Steine sprechen, sie raunen, sie erzählen“, sie sind stumme Betrachter der Entwicklungen auf der Weltkugel und vermögen erst, nachdem sie aus der Erde geborgen wurden, durch ihre Färbung, ihre Maserung oder ihre Oberflächenbeschaffenheit ein Bild ihres Ursprungs zu geben. „Beglückt war ich“, so schildert Christoph Wilmsen-Wiegmann, „auch über die Entdeckung der braunroten Farbfelder im Halbkreisbogen [des bearbeiteten Granitblocks], denn diese Symbole, Zeichen, Chiffren, ...